Fallbeispiel Järvenpään Mestariasunnot

Järvenpään Mestariasunnot Oy, das gut 2.000 Wohnungen in der Gegend Järvenpää (Finnland) besitzt, nutzt seit 2014 das Leanheat Konzept in seinen Gebäuden. Mestariasunnot ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Järvenpää und dem Energieversorger Fortum an vorderster Front Fernwärme auszubauen.

 

Das erste Ziel der Einführung von Leanheat war es, die Energieeffizienz und das Innenraumklima der Wohnungen zu verbessern. Das Pilotprojekt in fünf Wohngebieten mit wohnungsspezifischen Messungen und der Heizungsregelung der zentralen Anlage per künstlicher Intelligenz erreichte eine Reduktion des Energieverbrauchs um 11 %.

Das Ergebnis war so zufriedenstellend, dass wir uns entschieden haben, das System schrittweise auch in unseren anderen Gebäuden einzusetzen. Momentan sind 20 Wohnsiedlungen eingebunden und wir werden 19 weitere Installationen bis Ende 2017 durchführen, was insgesamt 1.370 Wohnungen bedeutet. Wir beteiligen uns außerdem bei einem Projekt mit dem Ziel die Heiz-Spitzenlasten zu reduzieren”, sagt CEO Veikko Simunaniemi.

Zusätzlich zu den Energieeinsparungen reduzierte das Leanheat System die Spitzenlasten um mehr als 10 %. Durch die daraus resultierenden geringeren Fixkosten, erreichte Mestariasunnot eine zusätzliche Reduktion der Heizkosten von circa 6 %.

Wohnungsspezifische Messdaten (Temperatur und Feuchtigkeit) und darauf basierende Analysen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer täglichen Wartungsarbeit geworden. Mestariasunnots Techniker sind mit Tablet-Computern ausgestattet, um die Situation in allen Wohnungen nachverfolgen zu können und erhalten automatische Benachrichtigungen und Alarme, wenn etwas Auffälliges erkannt wird”, beschreibt Real Estate Manager Tero Passi von Mestaritoiminta Oy.

Durch kontinuierliche Messungen und Automation ist es möglich Gebäude mit weniger Aufwand in einem besseren Zustand zu halten. Mit steigender Automation sinkt die Anzahl unnötiger Wartungseinsätze und die Notwendigkeit zum Beispiel teurer Investitionen in simple Kontrollen. Gleichzeitig können sich unsere Mitarbeiter auf die produktiven Aufgaben fokussieren. Dies war einer der Gründe, warum wir dieses Jahr nicht die Mieten erhöhen mussten”, sagt CEO Veikko Simunaniemi.

Entwicklungsprojekte – Kann Lastverschiebung Spitzenlastkessel ersetzen?

Die Stadt Järvenpää und Fortum haben untersucht, ob Spitzenlastverschiebung genutzt werden kann, um die Spitzenwärmeproduktion zu reduzieren oder sogar Spitzenlastkessel verzichtbar macht. Mehrere Immobilien der Stadt Järvenpää sind am Pilotprojekt beteiligt.

Spitzenlastverschiebung bedeutet die Nutzung von Gebäuden als thermische Speicher, was eine Reduktion des Wärmeverbrauchs während Unterbrechungen in der Wärmeproduktion ermöglicht, welche während Spitzenzeiten auftreten. Bei dieser Methode werden Innentemperaturen kontrolliert gesenkt, was den Wärmeverbrauch des Gebäudes signifikant reduziert. Sobald die Zahl der an das Lastverschiebungssystem angeschlossenen Gebäude hoch genug ist, ist das System in der Lage die durch die Produktionsunterbrechung fehlende Energie auszugleichen. Dies verringert die Notwendigkeit von Spitzenwärmeproduktion.”, sagt Development Manager Timo Aaltonen von Fortum.

Für die Stadt Järvenpää hat die Steuerung des Energieverbrauchs eine noch größere Bedeutung. Die Stadt hat ein Spitzenlastkraftwerk, das sie nur selten benötigt. Sobald die Zahl der angeschlossenen Liegenschaften an das System hoch genug ist, könnte das gesamte Spitzenlastkraftwerk zurückgebaut werden und Platz für etwas neues, wie zum Beispiel neue Wohnungen, machen.

2018-12-06T20:12:10+00:00
enfisv